Am 23. August fand meine Trans-Canada Tour an den Niagara Fällen ein würdiges Ende:


Wenige Tage zuvor, auf dem Weg von Parry Sound nach Barrie, hatte ich zumindest kurzfristig eine wichtige ideelle Linie überschritten. Mit Hilfe von etwas Sand konkretisierte bzw. visualisierte ich sie auf den brüchigen Asphalt der “Southwood Road”:

Von sportlichen Grosswettkämpfen wie den Olympischen Spielen kennt man den Trick der TV-Techniker, ins Bild des laufenden Geschehens eine Linie einzublenden, die die für einen neuen Rekord zu überbietende Marke (Distanz, Zeit, …) symbolisiert.
In meinem Fall hetze ich seit dem eigentlichen Start der Tour du Monde mit der Zahl der erstrampelten Kilometer der Zahl der gespendeten Euro hinterher. Als am 1. Oktober 2011 am Osnabrücker Rathaus der “Startschuss” fiel, standen bereits ca. 9.000 Euro zu Buche. Am Ende des ersten Quartals hatte ich zwar die 9.000-km-Marke ueberschritten, aber der Kontostand war in der Zwischenzeit nicht stehen geblieben, und so ging es immer fort.
Erst am 21. August erfolgte der Gleichstand: Beim Frühstück hatte ich noch einmal die aktuellen Bankdaten abgerufen: 27.412 Euro standen auf dem Spendenkonto verzeichnet. Nachmittags gegen 14:50 sprang der Tachometer dann auf 27.412 Kilometer:

Die Freude über den “Sieg” dauerte freilich nicht lange. Als ich abends auf dem Blackberry die e-mail überprüfte, fand ich u.a. eine Nachricht von Gertrud: “Katharina und Thierry Leduc, die uns schon im Juli in ihrem Haus bei Los Angeles so gastfreundlich und warmherzig empfangen hatten, hätten eine Mega-Spende von 1.000 Euro überwiesen!”
Damit war klar, dass ich mindestens bis zum Ende des Nordamerika-Trips mit der Kilometerleistung dem Spendenstand wieder hinterherfahren würde. Doch: wenn ich dieses “Rennen” letztendlich als Verlierer beenden sollte, wäre ich darüber keineswegs traurig. Ganz im Gegenteil: es wäre toll, wenn die Spendengelder mit grossem Abstand siegten.
Im Staate New York kam ich übrigens durch einen Ort namens Marathon:

Bei dieser Gelegenheit erinnerte ich mich nicht nur an die zahlreichen Marathons, die ich in meinem Läuferleben (als die Knie noch heil waren) gelaufen war; sondern ich machte mir auch – nicht ganz ohne Stolz – klar, dass ich in den zurückliegenden 11 Monaten mit “Wolfis Worldtraveller” eine Strecke von ca. 700 Marathons bewältigt habe.
Vor dem Rückflug nach Deutschland bot sich noch die Gelegenheit, einige Highlights der Stadt New York zu besichtigen.





Nachdem ich bereits im Januar den Schauplatz der Australian Open mit dem Rad aufgesucht hatte, liess ich es mir natürlich nicht nehmen, auch dem Arthur-Ash-Stadium, in dem gerade die US Open stattfinden, einen kurzen Besuch abzustatten:

Nach einigen Mühen konnte ich in der Riesenstadt New York letztendlich einen Karton auftreiben, um mein Rad für den morgigen Flug zu verpacken. Ich freue mich auf ein paar Tage Erholung im Kreise der Familie. Am 4. September beginnt dann die Schlussetappe von Istanbul bzw. Canakkale nach Osnabrück.